Versicherungen – was ist sinnvoll?

by Sibille on 15/03/2012

Dass die Deutschen fast immer auf Nummer Sicher gehen wollen, ist bekannt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Deutschen im weltweiten Vergleich extrem viele Versicherungen besitzen – nur leider oft die falschen.

Es gibt unzählige Versicherungen und  Jahr für Jahr werden viele unnötige kleine Versicherungen abgeschlossen, während die wirklich wichtigen, die auch große Schäden abdecken, meist vergessen werden.  Daher sollte man genau prüfen, welche Versicherung wirtschaftlich wirklich sinnvoll ist.

Grob definiert decken sinnvolle Versicherungen existenzbedrohende oder zumindest wirtschaftlich sehr belastende Schäden ab.

Welche Versicherungen, die gesetzlich nicht vorgeschrieben sind, also sinnvoll sein können, möchten wir hier in einem kurzen Überblick zusammenfassen:

Privathaftpflichtversicherung:

Eine Privathaftpflichtversicherung übernimmt Schäden, die der Versicherte und eventuell Mitversicherte einem Dritten zufügen, solange sie nicht vorsätzlich herbeigeführt worden sind. Dabei ist es egal, ob es sich dabei um Personen- oder Sachschäden handelt.  Das deutsche Recht erlaubt Schadensersatzansprüche in unbegrenzter Höhe, sodass schon ein einziger Schadensfall zum finanziellen Ruin werden kann.

Private Krankenversicherung:

Angestellte, deren Einkommen über der Grenze zur Versicherungspflicht liegt, Selbstständige und Beamte haben auch die Möglichkeit, sich privat zu versichern. Dabei richtet sich der Beitrag allerdings nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem individuellen Risikoprofil des Versicherten. Die Leistungen der pKV sind insgesamt umfangreicher als bei der gKV.

Rechtsschutzversicherung:

Streit am Arbeitsplatz, Probleme mit dem Vermieter oder Ärger im Straßenverkehr… derlei Spannungen gibt es überall. Wer da ruhig schlafen will, greift zu einer leistungsstarken Versicherung, die einem im Streitfall den Rücken finanziell frei hält.  Ohne Deckungsbegrenzung oder bis zu der im Vertrag vereinbarten Deckungssumme übernehmen die Rechtsschutzversicherer in der Regel die Kosten für die gesetzlichen Anwaltsgebühren, Zeugengelder und Sachverständigenhonorare, Gerichtskosten und Kosten des Gegners, soweit der Versicherungsnehmer verpflichtet wird, diese übernehmen zu müssen.  Auch Strafkautionen, um den Versicherungsnehmer vor dem Strafvollzug zu schützen, werden übernommen. Geldstrafen und Bußgelder muss der Versicherungsnehmer allerdings selber übernehmen. Beim Abschluss einer Rechtsschutzversicherung ist zu beachten, dass für fast alle Leistungsarten der Versicherungsschutz erst nach Ablauf einer Wartezeit von drei Monaten nach Versicherungsbeginn besteht.

Berufsunfähigkeitsversicherung:

Etwa jeder vierte Berufstätige kann seinen Job aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht bis zum Renteneintritt ausüben und wird ganz oder teilweise berufsunfähig. Da vom Staat in dieser Situation nicht viel zu erwarten ist, ist es sinnvoll für diesen Fall vorzusorgen und sich zusätzlich abzusichern, um seinen Lebensstandard halten zu können. Je früher ein Vertrag abgeschlossen wird, desto gering sind die monatlichen Beiträge und das Risiko, wegen einer Vorerkrankung abgelehnt zu werden.

Für den Fall, dass Ihr Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung z. B. aufgrund von Vorerkrankungen abgelehnt wird, ist eine Unfallversicherung die sinnvolle Alternative. Sollten Sie aufgrund eines schweren Unfalls zum Invaliden werden, zahlt die Unfallversicherung je nach gewähltem Tarif eine monatliche Rente oder eine einmalige Summe.

Private Altersvorsorge:

Da die gesetzlich ausbezahlte Rente immer weniger wird, sollten Sie sich ebenfalls Gedanken über die persönliche Altersvorsorge machen.  Ob Riester-Rente, Rürup-Rente, private Renten-, Lebens- oder Risikolebensversicherung – das muss jeder selbst entscheiden.

Informieren Sie sich im Vorfeld auf jeden Fall gut darüber, welche Leistungen die Versicherungen zu bieten haben und wägen Sie ab, was für Sie wirklich sinnvoll ist, damit Sie im Schadensfall die bestmöglichen Leistungen für Ihr Geld erhalten.

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